Sonntag, 6. Mai 2012

Bean-Bag selbst nähen

Der Papa meines Patenkindes wird demnächst 40 und ist ein begnadeter Hobby-Fotograf. Als ich seine Frau fragte, was er sich denn wünschen könnte, meinte sie "ein Beanbag". Was bitte ist ein Beanbag? Noch nie zuvor gehört!
Also erstmal im Internet schlau machen und dann überlegen, wie man so etwas selbst nähen könnte.
Ein Beanbag ist ein Stativ-Ersatz für unterwegs. Kleiner als ein Stativ, eventuell auch leichter.
Im Beanbag sind z.B. Bohnen - daher der Name.
Das Beanbag sollte Feuchtigkeit aushalten, wenn man mal die Kamera aufs feuchte Gras legen will für tolle Makroaufnahmen. Es muss zu öffnen sein, damit man Füllmaterial entnehmen kann (wenn gerade zu viel drin oder zu wenig) oder es auch einfach mal austauschen. Es sollte eine Schlaufe bekommen, dann kann man es mit einem Karabinerhaken auch einfach an den Kamerarucksack außen dran hängen. Und es muss auch etwas aushalten, die dünnste Baumwolle eignet sich also auch nicht.

Ich habe mich für das Zerschneiden einer blauen Tasche entschieden, die wir mal irgendwann geschenkt bekommen haben, denn das Material ist robust und beschichtet - also mindestens super wasserabweisend (100% dicht würde ich jetzt nicht wagen zu behaupten).
Ich habe daraus 2 ganz verschiedene Bean-Bags genäht:
das eine besteht aus 2 DINA4-Stücken. Diese habe rechts auf rechts gelegt und erst einmal zusammen genäht. Dann jedes Stück in der Mitte gefaltet und außen rum wieder zusammengenäht. Damit keine unschönen Nähte außen sitzen, hab ich diese erst nach innen umgeklappt und festgesteppt.


Zum nachträglichen Öffnen ist eine Seite mit einem Klettverschluss versehen.


So erhält man 2 Säckchen, die fest verbunden sind. Und auf der Brücke zwischen den Säckchen thront dann die Kamera. Wegen des flexiblen Füllmaterials kann man die Neigung der Kamera etc. gut ausrichten. Ich kann das Beanbag auch hochkant oder seitlich legen, wenn die Kamera höher oder tiefer sitzen soll.



Man kann auch mit einem Handgriff 1 Tasche leeren und die Kamera flach auf eine Seite legen. Das ist dann mehr die Anwendung, die man auch bei meinem 2.Beanbag hat.

 





Das zweite Beanbag ist eigentlich nur eine 4eckige kleine Tasche, die auch mit Klett verschlossen wird.
 
Sie ist dafür kleiner und hantlicher und auch leichter (in das andere Beanbag habe ich 2x 500g Bohnen rein getan). Hier kann man vorne die Lasche umknicken und das Objektiv darauf legen
oder auch die Kamera auf die ganze Fläche legen etc.
Beanbags sollen sich auch gut eignen, um die Kamera beim Knipsen aus dem Auto raus bequem auf der Scheibe abzulegen.

Ich hoffe, dass die Beanbags gute Verwendung finden. Wenn ich noch eines nähen müsste, würde ich aber ein anderes Material nehmen, mir erscheint der robuste Taschenstoff doch etwas zu fest, es hätte geschmeidiger sein sollen.  

  
Das Innenleben meiner Beanbags:



Und wer keines nähen möchte, man kann ein Bean-Bag natürlich auch kaufen ;)

Kommentare:

  1. Wow! Das ist ja mal eine super Idee!!! Danke

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  2. Tolle Idee !!
    ... super Geschenk !!
    Liebe Grüße
    Karin

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  3. Nachdem mein Mann nur einen Socken mit Reis füllen wollte, den ich dann zunähen sollte, bin ich auf Deine Beschreibung hier gestossen. Habe es nach genäht und bin sehr zufrieden. Meinen "Griff" habe ich allerdings zum Anklipsen mit Kam Snaps gemacht, weil ich nicht sicher war, wo wohl die richtige Stelle sei...

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Ich freue mich über eure Kommentare :)