Sonntag, 14. Juli 2013

Der Guzzlebaum

Folgendes Gespräch zwischen Vater und Sohn fand ohne mich statt.

Sohn:"Paaapaaa, den Guzzlebaum muss man ganz doll schütteln und dann fallen Guzzles (Bonbons) runter."
Vater: "Mhhmmm..."
Sohn:"Aber wenn der Moritz jetzt den Baum ganz doll schüttelt, dann fallen vielleicht irgendwann keine Guzzle mehr runter, weil alle weg sind...?"
Vater:"Es gibt keinen Guzzlebaum."
Sohn:"Aber der Moritz hat gesagt es gibt einen Guzzlebaum und er hat die Bonbons runter geschüttelt."
Vater:"Bonbons werden in der Fabrik hergestellt und dann hat sie jemand mit Fäden an den Baum gebunden und wenn man dann den Baum schüttelt, dann fallen sie runter."

Etwas später erzählte mir der Mann äußerst amüsiert, was sein Sohn für spinnige Ideen von den anderen Kindergartenkindern hat. Zum Erstaunen des Mannes reagierte ich überhaupt nicht belustigt, sondern ziemlich verärgert. Die Bonbons werden nämlich jedes Jahr in der Nacht der Schulanfängerübernachtung durch eine Erzieherin während der Nachtwanderung vom Guzzlebaum geworfen. Und jedes noch so kleine Kindergartenkind freut sich sehr auf diesen Tag.
Die Große durfte schon dabei sein, insofern sollte man meinen, dass auch der Herr des Hauses diesen Brauch kennt. Nein, er konnte sich nicht daran erinnern. Männer. Grmpf.  

Also suchte ich den Sohnemann auf und fragte ihn, ob er wüsste, dass es nur diesen einen Guzzlebaum gibt und dass der Papa den gar nicht kennt. Und dass der Baum nur einmal im ganzen Jahr seine Bonbons wirft?
Sohn:(traurig) "Aber dieses Jahr hat er schon...."
ich: "Aber nächstes Jahr wirft er wieder!"
Sohn:(stolz) "Und dann bin ich Schulanfänger!" Und hat sich wieder richtig doll darauf gefreut.

Ist es nicht schön, dass Kinder noch genug Fantasie haben, um sich solche Träume bewahren zu können?

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