Montag, 29. Februar 2016

Rezension: Das Lied des Eisdrachen von George R.R. Martin

Ich bekam über das Bloggerportal die Möglichkeit das Hörbuch zu "Das Lied des Eisdrachen" von George R.R. Martin zu erhalten. Da das Wetter irgendwie immer noch so grau und trüb ist und sich der Frühling trotz Tulpen auf dem Tisch nicht einstellen will, haben meine 9jährige Tochter und ich es uns gemütlich gemacht und zusammen der Geschichte gelauscht.
Ich selbst bin ja bekennender George Martin Fan und kann es immer noch nicht erwarten zu erfahren, wie es in seinem Epos "Das Lied von Eis und Feuer" weiter geht. Und so hatte ich ein wenig die Hoffnung, dass  diese Geschichte ein bisschen auch was für mich wäre.

Worum geht es in dem Buch?
Adara ist ein Winterkind, geboren in der eisigsten Nacht seit Menschengedenken. Und Adara ist anders: Sie liebt die Kälte, das Eis, die Stille. Ihr einziger Freund ist ein kristallblauer Drache, der sie winters besucht. Als eines Tages feindliche Drachenkämpfer Adaras Heimat bedrohen, ist es die Freundschaft zwischen Winterkind und Eisdrachen, die das Leben ihrer Familie rettet …

Eine Geschichte über Freundschaft, Loyalität und Tapferkeit. (Verlagsinfo).


Meine Meinung:
Die zu Beginn eingespielte Musik bringt einen schon herrlich in träumerische und fantastische Stimmung. Wenn dann der Sprecher mit seiner ruhigen, tiefen Stimme die Geschichte erzählt, dann hat das eine sehr beruhigende melancholische Wirkung und man begleitet Adara auf ihrer Reise durch die Geschehnisse. Ihr Eisdrache ist etwas ganz besonderes, genau wie sie. Denn es gibt nur sehr selten Eisdrachen und auch die Menschen merken, dass Adara anders ist. Das Kältemotiv, die Sprecherstimme und die Geschichte selbst transportieren für mich eine unglaubliche Ruhe, aber auch Melancholie. Insgesamt wirkt die Geschichte spannend, aber nicht aggressiv. Es geht nicht um wilde blutige Schlachten, wie im Erwachsenenwerk.Es geht mehr darum, wie Adara ihren Platz im Leben findet. Und dass etwas, vor dem sie sich zunächst so gefürchtet hat, für sie am Ende so wichtig wird.
Ein kleiner Wehmutstropfen bleibt bei uns am Ende dennoch: Meine Tochter war am Ende der Geschichte von der Grundstimmung her eher traurig und ich bin mir nicht sicher, ob sie nicht etwas zu klein war. Und das, obwohl das Märchen ab 8 Jahren empfohlen wird. 
Wer also ein zartbesaitetes Kind hat, der sollte mit dieser Geschichte noch etwas warten. Ungern möchte ich hier verraten, wie die Geschichte endet (auch nicht mit Spoilerwarnung).
Für alle Liebhaber von moderneren Fantasymärchen und Drachen ist sie aber unbedingt geeignet. 
Auch als Erwachsener, der hin und wieder zu Jugendliteratur greift, kann man die Geschichte sehr gut lesen. 

Donnerstag, 11. Februar 2016

Im Reich der Pubertiere oder wie komme ich mit Humor durch die Pubertät?

Rezension: "Im Reich der Pubertiere" von Jan Weiler aus dem Hörverlag.

Allein schon der Titel. Herrlich. Spricht mich unglaublich an. Warum? Ich habe eine 9, fast 10 jährige Tochter. Die ist noch kein Pubertier, sprich noch nicht in der Pubertät. Aber manchmal, an guten Tagen, da kann sie Dinge vom Stapel lassen, dass man denkt "wann ist dieses Pubertier bei uns eingezogen" und "wo ist mein kleiner süßer Fratz hin, der rosa Tütüs trug und "lass mich los" aus der Eiskönigin trällerte...." ???
Wann wurde ich von "allerliebster Mama" zu "Och, Maamaaaaa...."... (und dann ein Augenrollen....)

Und überhaupt: Pubertät, das kommt doch erst viel später. VIEL später.  

Tut sie auch. Aber ihre ersten Vorboten haben mich erreicht. Höchste Eisenbahn sich mal mit dem Thema zu beschäftigen. Dachte ich. Und stieß auf "Das Reich der Pubertiere". Was eigentlich schon Teil 2 ist, Teil 1 ging an mir vorbei. Da waren wir wohl ganz sicher noch in der Lillifee-Phase?  

Das Reich der Pubertiere gibt es als Buch und auch als Live-Version. Ich habe es als Hörversion und nehme gleich vorweg: es ist toll. Es ist lustig. Sogar saulustig. Was es nicht ist: ein Ratgeber. Und wenn man doch einen Rat daraus ziehen soll oder kann: nimm die Pubertät deiner Kinder mit Humor. Anders geht es auch gar nicht. 
Hör dir die CDs mit den Kindern an. Meine spielen sie jetzt zum  10. Mal hintereinander ab. Und lachen immer wieder. Sie haben auch schon Lieblingsstellen. 
Es geht auch nicht nur über die Pubertiere, auch um viele andere nette Erlebnisse aus dem Elternsein und ich denke, JEDER mit Kindern findet sich irgendwo darin wieder. 
Herrlich.

Ich besorge mir jetzt Teil eins. Der kann ja nur gut sein, wenn sie sogar eine Fortsetzung gemacht haben. Und das die gut ist, das weiß ich ja jetzt.

Klappentext: Inzwischen hat es der Vater nicht mehr nur mit einem weiblichen, sondern auch mit einem männlichen Exemplar der Gattung Pubertier zu tun. Zu einigen Einsichten ist er bereits gekommen: Pubertiere bewohnen am liebsten schlecht belüftete Räume, in denen sich Müllberge türmen. Signifikant erscheinen die Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Vertretern dieser Art: Während das weibliche Pubertier durch eine Vielzahl verstörender Eigenschaften auf sich aufmerksam macht (u. a. unverständliches Monologisieren und multiples Dauermeckern), verbringt das Pubertier-Männchen seine Lebenszeit mit vier fast lautlosen Tätigkeiten: Pennen, Essen, Müffeln und Zocken.

Natürlich live, natürlich vom Autor selbst gelesen.

(2 CD, Laufzeit: 1h 43)